Die Schweizer Mondlandung

Die Welt feiert den 50. Geburtstag der ersten Mondlandung der Amerikaner. Aber wussten Sie schon, dass die Schweizer auch dabei waren?

Die Mission der Apollo 11 – wie andere danach – wäre ohne einige innovative helvetische Erfindungen nicht das gewesen, was sie war. Wissen Sie, welche Erfindungen damit gemeint sind?

Während der Countdown – 3 – 2 –1 – läuft, können Sie raten, welche berühmten Schweizer Erfindungen das Apollo-Team auf den Mond begleitet haben.

Erfindung 3

Ratsch: Diese Erfindung ist fast genauso bekannt für das Geräusch, das sie macht, wie für ihre Wirkung. Die Idee dazu kam dem Schweizer Elektroingenieur George de Mestral, als er nach der Rückkehr von einem Jagdausflug in den Alpen wieder einmal feststellte, dass er über und über mit klebrigen, kratzigen Klettfrüchten bedeckt war, die sich überall festgehakt hatten – an seiner Kleidung, dem Fell seines Hundes und sogar in seinem Haar. Könnte es de Mestral gelingen, die natürliche Kletttechnologie im Labor nachzubilden und in etwas Sinnvolles zu verwandeln? Das, was de Mestral dann entwickelte und sich 1955 in der Schweiz patentieren liess, war mehr als sinnvoll. Es wurde zu einem wesentlichen Bestandteil unseres Alltags in der Schweiz, in der Welt und sogar auf dem Mond.

Mit De Mestrals Erfindung wurden bei der Apollo 11-Mission (in der Kommandokapsel und in der Mondlandefähre) Taschen gesichert, Probenahmebeutel geschlossen und Ausrüstung wie Checklisten, Antennen oder sogar Armbanduhren befestigt.

Um welche Erfindung handelt es sich?

Erfindung 2

Tick, tick, tick. Dieser weltberühmte Zeitmesser war der einzige, der zehn rigorose NASA-Tests für die erste Mondmission überstand (die Wettbewerber hatten nicht einmal die erste Testrunde überlebt!). Obwohl für ihn eigentlich gar keine Rolle als Hauptdarsteller, sondern nur als zusätzliche Sicherheit vorgesehen war, liess Neil Armstrong seinen in der Mondlandefähre zurück, um nach dem Ausfall eines regulären Apollo-Instruments auf der sicheren Seite zu sein. Und, befestigt mit Erfindung 1, absolvierte der Zeitmesser mit Buzz Aldrin einen Spaziergang in der Mondlandschaft und erwies sich tatsächlich als so zuverlässig, dass die amerikanische Raumfahrtbehörde sie bereits vor der Mondlandung, aber auch bei den Gemini-Missionen und in allen Apollo-Serien, im Space Shuttle und darüber hinaus benutzte.

Vielleicht wissen Sie ja schon, um welche Erfindung es geht. Aber wissen Sie auch, welche berühmte Schweizer Marke den offiziellen Genehmigungsstempel  der NASA ergattern konnte?

Erfindung 1

Die taffeste Erfindung haben wir uns bis zum Schluss aufgespart – weil sie technisch noch viel komplexer und intelligenter als die anderen ist. Aber wie schon die zweite Erfindung basiert sie auf sehr präzisen, technischen Anwendungen von Metallen und misst etwas, was vor unserer heutigen Zeit unvorstellbar war. Dieses Messgerät, das von Johannes Geiss, einem Professor für experimentelle Physik an der Universität Bern, entwickelt wurde, ist noch vor der amerikanischen Flagge auf dem Mond platziert worden. Und 77 Minuten später wurde es in eine Teflon-Tasche gepackt und den ganzen Weg zurück zur Erde und in die Schweiz transportiert.

Nachfolgende Apollo-Missionen verwendeten die Technologie erneut für längere Zeiträume, so z. B. bis zu 45 Stunden bei der Apollo 16-Mission. Die Frage lautet: Um welche Erfindung geht es hier und was hat sie gemessen?

Die Antworten sind unten zu finden. Und denken Sie immer daran: Für ein Volk, das zuweilen als engstirnig und introvertiert bezeichnet wird, wissen wir Schweizer ganz genau, wie wir unsere Erfindungen auf die Reise schicken.

Antworten:

3: Der Markenname VELCRO®, eine Zusammensetzung der französischen Wörter velours und crochet, wurde erstmalig 1956 als Marke eingetragen. Seitdem werden diese Klettverschlüsse in unzähligen Anwendungen eingesetzt – vielleicht auch an Ihren Schuhen!

2: Die Schweizer Uhrenindustrie blickt auf eine reichhaltige Geschichte zurück, aber es war die Omega Speedmaster, befestigt mit einem Klettverschluss von VELCRO®, die alle anderen übertraf.

1: Das Sonnenwindsegel war ein Segel aus ultrareiner Aluminiumfolie, das dazu verwendet wurde, ausserhalb der Magnetosphäre der Erde Partikel des Sonnenwindes zu messen und einzufangen.

OPEN LINKS:
Velcro.com
Omegawatches.com
Solar Wind Composition Experiment

Photo credits: NASA / Omega